Über uns


Das heutige Theater Purkersdorf wurde auf Initiative eines privaten, kulturbegeisterten Freundeskreises als „gemeinnütziger Verein Theatergruppe Purkersdorf“ gegründet. Mit der ersten Produktion von Hugo von Hofmannsthals „Jedermann“ vor der alten Postkutschen-Station am Hauptplatz in Purkersdorf im Frühling 1990 dokumentierte das ambitionierte Amateur-Ensemble gleich von Beginn an seine ambitionierten Ziele: Die Förderung von Kunst und Kultur mit dem Engagement und der Begeisterung eines Teams von Amateuren, die in ihrer Freizeit mit viel Leidenschaft an das Projekt „Spielen mit Sinn und Freude“ herangingen.

Das Wachsen am Erfolg

Der begeisterte Beifall der Zuschauer und das folgende allgemeine Wohlwollen und der Anklang, die das Wirken der Theatergruppe Purkersdorf in der Gemeindepolitik und der Öffentlichkeit nach sich zogen, beflügelte die Organisatoren zu neuen Aktivitäten: schon ab Herbst 1990 fanden jährlich Aufführungen im Stadtsaal Purkersdorf statt – vorwiegend Komödien und unterhaltsame Boulevardstücke.

Die Begeisterung und unermüdliche Arbeit des Laientheaters und die steigende Qualität der schauspielerischen Leistungen zog schon bald neue Mitglieder an – der Verein begann zu wachsen und sich auf allen Ebenen weiterzuentwickeln und weckte auch die Aufmerksamkeit professioneller Kulturschaffender. Mit Manfred Cambruzzi, der in diesen Jahren nach Purkersdorf zog, konnte ein Kulturexperte und Regisseur gewonnen werden, der mit seiner jahrzehntelangen Erfahrung im Theater- und Künstlermanagement als Regisseur mittlerweile mehr als 30 Inszenierungen erfolgreich umsetzte und zu einer der zentralen Säulen der Theatergruppe Purkersdorf wurde.

Auf ins Grüne

Die Inititalzündung zum bisher wichtigsten Meilenstein in der Vereinsgeschichte gelang Obfrau Ingrid Schlögl im Frühjahr 2006 mit ihrer Idee, im stillgelegten Steinbruch „Dambach Purkersdorf“ ein Freilufttheater zu veranstalten. Was also lag näher, als – wie bereits bei der Gründung des Vereins – mit dem traditionell attraktiven Mysterienspiel „Jedermann“ die neue Theater-Location in der wunderschönen Naturkulisse des Steinbruchs Dambach Purkersdorf einzuweihen? Der Mut zu Neuem wurde mit einer unglaublichen Welle der Sympathie und Begeisterung des Publikums belohnt: Ein mehrfach „ausverkaufter“ Steinbruch, frenetischer Applaus und eine Kritik, die Qualität der Darstellung der Aufführung durchaus ich einem Atemzug mit anderen, und dem weit prominenteren professionellen Vorbild in Salzburg nannte. Der Weg zum „professionellen Amateurtheater“

Das großartige Feedback ermunterte das erfolgreiche Theater-Team umgehend zu neuen Plänen und Aktivitäten. 2007 wurde der Vereinsname auf „Theater Purkersdorf“ geändert – ein deutliches Signal an den eigenen Qualitätsanspruch und das Ziel, dem definiert professionellem Theaterspiel auch als ambitionierte Laien in Management, Marketing, Inszenierung, Spiel, Bühnenbau, Kostüm, Maske, Requsite etc. möglichst nahe zu kommen.

Auch bei der Suche nach neuen Zielgruppen und kulturellen Tätigkeitsfeldern blieb man nicht untätig. So geriet der „hoffnungsvolle Nachwuchs“ unseres Publikums schnell in den Fokus der Aufmerksamkeit des Vorstandes. Die mittlerweile als saisonales „Sommer-Theater“ betitelten Aufführungen des Open-Air-Theaters im Steinbruch wurden um Nachmittags- und Schulaufführungen speziell für Kinder und Jugendliche bereichert, was nicht nur personell, sondern auch logistisch hohe Anforderungen an die Künstlertruppe stellte, zumal zwei unterschiedliche Produktionen pro Spieltag schon in der Vorbereitung massive Kapazitätsverstärkungen verursachten.

Ein Herz für Kinder

Den Auftakt der neuen „Jugendabteilung“ im Theater bildete „Der Zauberer von Oz“ nach dem Kinderbuch des US-amerikanischen Schriftstellers Lyman Frank Baum. Es folgten „Das Dschungelbuch“, „Alice im Wunderland“, Hans Christian Andersens „Des Kaisers neue Kleider“ sowie das Zaubermärchen „Die Hexe Babajaga“.

Auf Tournee

Mit Beginn der Open Air-Aktivitäten und wieder mit dem „Jedermann“ wurde das Ensemble des Theater Purkersdorf auch zum „fahrenden Kulturbotschafter“ Purkersdorfs. Es folgten regelmäßige Gastauftritte in den Partnergemeinden Göstling an der Ybbs und eine im wahrsten Sinne des Wortes bisher „einmalige“ Reise nach Bad Säckingen. Die überwältigende Gastfreundschaft und die frenetische Begeisterung des Publikums waren der Lohn für die Mitwirkenden auf und hinter der Bühne.

Rechnen mit dem Unberechenbaren

Mittlerweile hat das Theater Purkersdorf einen Bekanntheitsgrad, der weit über die Orts- und Bezirksgrenzen hinausgeht. Und trotz unseres „guten Rufes“ gewährte der Wettergott dem Verein nicht immer stabile Wetterverhältnisse. So mussten im Jahr 2011 fast die Hälfte der Nachmittags- und Abendaufführungen wetterbedingt komplett abgesagt bzw. unterbrochen oder vorzeitig beendet werden – was einen dramatischen Ausfall bei Besuchern und Einnahmen zur Folge hatte. Wettermäßig verwöhnt wurden Besucher dafür von 2012 bis 2014 – keine einzige Vorstellung musste abgesagt werden. Die Zuseher bedankten sich dafür mit einem Zuseherrekord bei „Der Bockerer“ und dem 3. Platz im Besuchszahlenranking bei „Einen Jux will er sich machen“. In der Sommersaison 2015 zeigte sich der Wettergott wieder weniger gnädig. Einige Vorstellungen von „Die Hexe Babajaga“ mussten regenbedingt abgesagt werden, einige von „Ein Sommernachtstraum“ standen an der Kippe.

Gespielte Geschichte

Mit Karl Kraus’ Tragödie „Die Letzen Tage der Menschheit“ gedachte das Theater Purkersdorf 2014 dem Ausbruch des 1. Weltkrieges vor 100 Jahren. Als (uns bekanntes) einziges deutschsprachiges Theater spielte das über 40-köpfige Ensemble tatsächlich exakt am selben Tag, als 100 Jahre zuvor die verhängnisvollen Schüsse in Sarajevo fielen. Trotz des düsteren Inhaltes bescheinigte uns dafür ein hoch kulturell interessiertes Fachpublikum die exzellente Qualität des in der Kritik oft als „unspielbar“ bezeichneten Stückes. Ein gelungener Beweis für die Bandbreite des schauspielerischen Könnens und dramaturgischen Zusammenspiels von Regie und Ensemble.

Zahlen, die zählen

Mit dem zunehmenden Wachstums des Theaters wuchs die Mitgliederzahl bis heute auf über 100 Personen an, die vom 4-jährigen zarten „Mäuschen-Jungstar“ Menschen aus allen Alters- und Berufsgruppen bis hin zu einer Schar dauerhaft altersresistenter Pensionistinnen und Pensionisten umfasst. Sie alle tragen mit ihrem Engagement, ihrem persönlichen Einsatz und ihrem Können vor, auf und hinter der Bühne, vor und nach jeder Produktion freiwillig, unbezahlt und oft unter dem Einsatz beträchtlicher zeitlicher Ressourcen und finanzieller Mittel bei. Ohne sie alle, ohne jeden einzelnen wäre der kostendeckende dauerhafte Betrieb einer Kulturorganisation wie des Vereins „“Theater Purkersdorf“ undenkbar.

Letztendlich machbar wird er erst durch die Unterstützung von Gemeinde, Wirtschaft und Großunterstützern. Neben allen unseren Förderern und Sponsoren danken wir daher an dieser Stelle ganz besonders unseren langjährigen Projektpartnern

Stadtgemeinde Purkersdorf
Österreichische Bundesforste

für ihr Wohlwollen, ihre Loyalität und die nachhaltige Unterstützung. Mit ihrer Hilfe gelingt es, die Vision des Vereines und seiner Mitglieder immer wieder aufs neue Realität werden zu lassen: Mit Produktionen und Aufführungen, die Sinn machen und Spaß bringen. Allen, die dabei irgendwie irgendwo dabei sind im Theater Purkersdorf. Auf, vor oder hinter der Bühne. Und vor allem natürlich im Publikum ...